Elisabeth Kulman

In ihrer Brust wohnen ziemlich viele Seelen und eine jede kann und will singen. Es betreten an diesem Abend die Bühne u.a. : eine schnurrende Dalila, ein armes Gretchen, ein kraftstrotzender Toreador, eine altersweise Marschallin, eine hübsch wilde Walküre, eine zarte Pamina, Salome, Miss Otis, Carmen, der Tod, die Königin der Nacht. Und die Seeräuber Jenny schnaubet aber derartig packend und überzeugend Mord, daß es einem wirklich anders werden könnte.Elisabeth_Kulmann_Femme3 Dieser Abend ist enorm kurzweilig und für opernaffine Leute, die sich aus einer frischgemischten Arie gleich mehrere Heldinnen herausfinden können, wie für opernunerfahrene Menschen, die sich einfach über guterzählte Geschichten freuen, gleichermaßen geeignet.
Die Stimme ist Samt, die Stimme ist Seide – und im Bedarfsfall auch durchaus ein solides Damaszenerschwert.

Auf der Bühne, wohin ich nur schaue, sitzen lauter Persönlichkeiten. Links der Moskauer Wiener Geiger Aliosha, der auf einer Probe monierte: „Jetz hab´ ich mich so gefreut, daß ich mit einer so tollen Sängerin arbeite und jetzt muß ich selber singen:“ Jawohl, alle Musiker (auch ich) mimen den Männerchor bei „Olle Mauna“ von Herwig Reiter/ Christine Nöstlinger. An Aliosha schließt sich Tscho´s Arbeitsplatz an mit sehr vielen Kleininstrumenten neben der Bratsche. Beim Notenschreibendspurt driftet er immer in Richtung Tag-und Nacht-Aktivist und wird noch ein bißchen dünner. Im Eck hinten am Flügel der bevorzugte Klavierpartner von Elisabeth, der Edi, der weil er einmal Schlagzeug studiert hat, auch mit einer Trommel hantiert. Singen kann und muß er auch, nämlich daß sie den Eid nehmen möge. Daneben, hintereinander die zwei wunderbaren Philharmoniker Franzi am Cello und Herbie am Kontrabaß. Man darf von ihrer Opernerfahrung profitieren und dankbar staunen, daß sie sich ihre Musizierfrische unbedingt über den Orchesteralltag gerettet haben. Daneben sitze ich und bin ganz Ohr, ganz Auge, ganz glücklich, und zu meiner Linken schließt der Gerald mit seinen diversen Klarinetten und Saxophonen die Runde ab. Im Klangforum musiziert er oft mit Tönen, die er eigens erst dafür erfinden muß, bei uns eher traditionell schön.

Wenn wir mehr Erfahrung mit dem neuen Programm haben werden, kommen bestimmt noch viel mehr Farben auf, auch ein bißchen nicht schöne.

Ich freu mich drauf!
 

Elisabeth Kulman (Gesang und Konzeption), Tscho Theissing

(Konzeption, Arrangement, diverse Instrumente), Gerald Preinfalk (Klarinetten und Saxophone), Maria Reiter (Akkordeon), Eduard Kutrowatz (Klavier), Aliosha Biz, (Violine), Franz Bartolomey

(Violoncello), Herbert Mayr (Kontrabass)

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